Caro und Lolek auf Reisen

Liebe Freunde & Familie,
mit diesem Blog wollen wir unsere Erlebnisse & Eindrücke auf unserer Reise festhalten und euch teilhaben lassen!
Die ersten 5 Wochen präsentieren wir hier auf einen Schlag… bis wir in der Echtzeit ankommen 😉 Viel Spass!


Am Donnerstag den 02.09.2021 sind wir pünktlich um 12 Uhr in Frankfurt losgefahren – nachdem wir tagelang meeega aufgeregt 100 000 Dinge erledigt, vorbereitet, besorgt und gepackt hatten UND auch unser Mitfahrer Lorand an diesem Tag pünktlich zu uns stieß.

Auf LOS geht´s los!

Wir fuhren Richtung Nürnberg und sind bei Aschaffenburg in einem Kaff nochmal rausgefahren, da Lorand noch sein Gepäck holen musste.
Lorand ist ein alter Freund von Lolek – sie kennen sich seit ca. 1990 und haben damals schon im Biegwald auf dem Bauwagenplatz zusammen gewohnt.
Er hat in Ungarn eine Firma mit einer großen Werkstatt, die ehemalige Fabrik seines Vaters, der dort früher Autoteile produziert hat mit hunderten von Mitarbeitern.
Lorand entwickelt und baut dort (Elektro-)Lastenfahrräder und Lastenfahrradkisten. Das ist ein absolut aufsteigender Markt und nach seiner Marktanalyse sind seine Produkte die ausgefeiltesten und qualitativ Besten – jedoch ist er im Dilemma wie er expandieren kann, wo er doch eigentlich Erfinder und kein Geschäftsmann ist.
Davon und seinem Leben – denn Lolek und er hatten die letzten 30 Jahre zwar immer wieder ein bisschen, aber nicht so arg viel miteinander zu tun – hat Lorand uns die ganze Fahrt nach Wien ganz viel erzählt. Es wurde nie langweilig! Lolek ist in 7 Stunden und 2 kurzen Pausen durchgefahren und um 21 Uhr waren wir in WIEN! ❤

WIEN

Was für eine schöne Stadt! Eine gute Mischung aus altem Prunk und sympathischem Verfall mit Patina. Die Menschen sind ur aufgeschlossen – und den Wiener Schmäh lieben wir eh!
„Bist so bled oda tuast nua so?“, „Loss den Schas“, „Hoit afoch die Babbn!“, „Scheiß die ned au.“, „Wiad scho wean.“, „Oida, naaaa“, „Goaned leiwand“, „Passt scho“, „Ned deppat wean“, „Afoch nua bled“, „Geh schleich di“, „Daugt ma ur“, „Des gfoit ma“, „Wüst mi vaoaschn?“

Am 1. Abend sind wir noch los zum Yppenplatz, der nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt ist, um dort etwas zu essen und ein Bierchen zu trinken. Danach noch mit Lorand in der Wohnung Schnaps getrunken und er lief auf zu Höchsttouren und hat Lolek irgendwann Weisheit nachgesagt und ihn dafür gelobt, wie er seine Glatze trägt 🙂

Freitag, 03.09.2021

Am nächsten Tag haben wir im Hof unten in der Sonne Kaffee getrunken. Ur gut war dass wir mit unserem Bussi im abgeriegelten Hof parken konnten! Das Haus in dem Lorand wohnt mit vielen kleinen und größeren Wohnungen gehört Paris, der ein Fahrradgeschäft & Werkstatt vorne im Haus hat und der uns netterweise für die Zeit in Wien Fahrräder ausgeliehen hat. Damit konnten wir die Stadt erkunden!!

An diesem Tag hatten wir uns die Donauinsel zum Schwimmen vorgenommen – denn es war ein strahlend blauer Himmel mit an die 25 Grad. Lorand ist heute weiter nach Ungarn zu seiner Firma und wir bleiben noch 3 Tage in seiner Wohnung – denn vor allem am Samstag müssen wir ja noch aufs DER NINO AUS WIEN KONZERT im Prater.

Zum Schwimmen kam es nicht mehr, weil wir erst am Nachmittag an der Donau ankamen, weil es so viel auf dem Weg zu sehen gab… – aber wir haben ein wenig Natur genossen, denn das ist ja das wonach wir uns auf unserer Reise sehnen.

Freitagabend sind wir dann zu „Frau Mayer“ – einem Kulturverein mit einer Jam Session an dem Abend zu der uns unser Wohnungsnachbar Georg eingeladen hat – ein ziemlich fähiger Beatboxer – der an dem Abend auch aufgetreten ist mit 8 anderen Musikern und mit seinem tollen Instrument – seinem Mund! Es ging meeega ab und wir waren ur begeistert! Das lustige war, dass abwechselnd das Personal, das im Laden hinter der Bar stand oder bedient hat, zwischendurch immer wieder auf die Bühne ist um Klavier, Trompete oder Geige zu spielen. Besonders beeindruckend war der Sänger, der hatte so eine meeega gute Stimme, war ein super Entertainer und hatte so eine super nette, sanfte Ausstrahlung!

Frau Mayer 3.9.2021



Samstag, 04.09.21

Heute müssen wir um 19.30 Uhr in der Praterbühne sein – so viel ist sicher! Deshalb nehmen wir uns nicht zu viel vor. Wie immer haben wir erst mal ausgeschlafen, einen Kaffee getrunken und dann nochmal langsam gemacht…
Dann machen wir uns auf zu einem echten alten Wiener Kaffeehaus zum Frühstücken – dasjenige welches uns nachts auf dem Heimweg schon beim fensterln beeindruckt hat – das Café Central!
Mit dem Fahrrad radeln wir in den 1. Bezirk auf den wunderbaren Radwegen Wiens – vorbei an soooo viel kunstvoller Architektur – alles voller Sissi Prachtbauten, Palästen, Museen; Touri-Kutschen und Wienern.

Vorm Kaffeehaus von um die 1850 müssen wir kurz anstehen um dann vom ober zuvorkommenden aber stocksteifen Ober á la „Küss die Hand gnädige Frau“ einen Platz zugewiesen zu bekommen. Das Gebäude ist beeindruckend mit seinen ewig hohen gewölbten Decken, Fenstern, Säulen, mit den urgut ausschauenden Torten, Petit Fours und Mehlspeisen. Lolek isst einen Kaiserscharn mit Zwetschgenröster und ich dann doch was deftiges: ein veganes Rübenristotto mit Kren & Kresse. Bin morgens einfach nicht so die Süße.

Im Café ereilt uns die Nachricht, dass ein guter Bekannter von uns aus dem Gallus – Marcel Waldorf, ein bildender Künstler – eine Ausstellungseröffnung zusammen mit vielen anderen Künstlern hat inkl. Performance – in einer Galerie ganz in der Nähe.
Dort radeln wir vorbei und Marcel freut sich ur! Er hat dort sein „Unicorn“ ausgestellt – ein ausgestopfter Pferdkopf mit Karotteneinhorn – Thema der Ausstellung ist „Komik“ das Alphabet hoch dekliniert. Auch Künstler der „Frankfurter Hauptschule“ sind zugegen, und Stefanie Sargnagel stellt eine kleine Figur aus! 🙂
Um 17 Uhr startet eine Performance eines Künstler Duos (aus Bielefeld?). Im Laufe der Performance sollen alle Zuschauer ihr Händy abgeben. Die Händys wurden dann sortiert in „Appel“ und „Android“ Geräte und die 2 „Armeen“ spielten damit die Schlacht im Teutoburger Wald nach (= die Varusschlacht im 9. Jh. n. Ch., als die Germanen die Römer besiegten).
Puh – alle haben´s überlebt!

Nach der Performance sind wir nach Hause in den 16. Bezirk geradelt um uns frisch zu machen, denn es geht ja zum NINO! Mit der U-bahn gings dann wieder in die Innenstadt. Wir waren dann doch spät dran und sind eine „Otrige“ (Eitrige) essend durch den Praterrummel gehetzt – um dann exakt pünktlich zum Konzertbeginn auf unseren Stühlen in der 5. Reihe zu sitzen, als NINO und Ernst Molden mit ihren Gitarren die große Bühne betreten und einen Austropophit nach dem anderen spielen, u.a. von Georg Danzer, Wolfgang Ambros, Falco – aber auch eigene Lieder.

Schön war´s! Bissi vermisst haben wir die ganze DER NINO AUS WIEN BAND, den Raffael, den David und Pauti (die wir kennenlernen durften als die Band schon 2 x im Knobbe und 1 x im Horst aufgetreten ist) – aber egaaaal. Nach dem Konzert waren die 2 Musiker gleich weg von der Bühne und wir standen noch eine ganze Weile am Bühnenrand und haben Fangirl-mäßig gehofft, dass Nino nochmal rauskommt und wir HALLO sagen können. Aber dazu kam´s nicht. Egaaal!

Danach sind wir noch über den Prater geschlendert und ich (Caro) war total beeindruckt von den halsbrecherischen Fahrgeschäften und den vielen bunten Lichtern – wie ein kleines Kind!! Man man man war da was los! Und wie mutig die ganzen Menschen waren die sich in die Attraktionen rein getraut haben. Wir sind dann Riesenradgefahren (nicht das Orginal alte für 25 € p.P….) – das war auch mega schön – und wir haben uns auch ein bisschen mutig gefühlt!!!!
Vom Prater aus sind wir so 30 min. zu Frau Mayer gelaufen, denn dort hatte Georgie wieder einen Auftritt, diesmal mit seiner BeatboxerCew MOUTHoMATIC – der allerdings schon over war – drum sind wir müde nach Hause gegangen…

Sonntag 05.09.21

Am Sonntag wollten wir einfach mal fast nichts machen. Ist schon anstrengend eine Stadt zu erkunden und soviel rumzulaufen und zu radeln. Wir waren dann nur auf einem kleinen Flohmarkt am Westbahnhof und sind dann wieder in der Wohnung abgehongen und haben versucht diesen Reiseblog einzurichten bei wordpress. Ist gar nicht so einfach wie wir dachten…
Und wir haben angefangen das Lied „Es geht immer ums vollenden“ vom NINO auswendig zu lernen, siehe im Video oben! Weil es so schön ist, weil es auch Charlotte und Rüdi für Lolek zum 50. Geburtstag auswendig gelernt & performed haben und weil wir es einfach auch mal können wollen und zwar alle 10 Strophen! Ist ja auch n gutes Hirntraining. (mittlerweile haben wir ALLE drauf 🙂
An dem Tag haben wir uns 3 Strophen drauf geschafft und zwar die hier:

„Wie ein Schwamm saugst du das Jetzt auf und verarbeitest es dann,
Wenn das Jetzt lang genug weg ist um zu wissen was es kann.
Man genießt dann deine Bilder die fast keiner je versteht,
Nur die Freude sie zu sehen ist wohl das worum es geht.

Du kennst deine Grenzen meistens, bist auf deinen Weg fixiert
Und was Anfangs ungut aussieht ist oft das was dann gut wird.
In der Mitte deines Kopfes schläft ein wachsamer Soldat,
Der sobald er in den Krieg zieht alles aufgibt was er hat.

Aber hinter dir und vor dir doch am meisten noch daneben
Steht der Himmel stehen die Wolken steht die Stadt nur deinetwegen.
Still versäume nicht zu sagen was dir wirklich viel bedeutet,
Es gibt Menschen, es gibt Freunde aber meistens sind es Leute.“


Abends wollten wir auch mal ein Wiener Schnitzel in Wien essen gehen – aber waren etwas spät dran… haben dann Kreise um unser Zuhause gezogen, aber nicht gefunden was sonntags auf hat außer Imbisse. Sind dann doch aufm Yppenplatz gelandet und haben da etwas gesnackt – Pommes mit Grillhändelsalat.

UNGARN

Montag, 06.09.21

Montag ist dann Weiterreisetag – juhu!
Endlich weiter nach Ungarn – dort wollen wir als erstes Lorand in seiner Werkstatt besuchen, die ist 200 km entfernt.

Wir fahren gemütlich auf dem Landweg, durch eine etwas langweilige, flache Landschaft mit Dörfern, die aus genau einer Straße mit kleinen Häuschen links und rechts bestehen. Um 18 Uhr kommen wir an, im Industriegebiet von Zalaegerszeg. Lorand zeigt uns die Werkstatt unten und oben das „Loft“ wo er wohnt. Gerade ist alles etwas chaotisch, weil er zur Zeit die Küche neu in den vorderen Raum einbaut – aber toll, wie viel Platz und Möglichkeiten er hier hat!

Bald gehen wir etwas essen in einer Kneipe mit traditionellem ungarischem Essen.
Wir verstehen kein einziges Wort auf der Speisekarte, zum Glück haben wir einen Übersetzer dabei – Lorand spricht ja mind. 6 Sprachen fließend, darunter ungarisch, rumänisch & griechisch!

Nach dem Essen haben wir noch Wein getrunken und Lorand hat sich einfach meeega gefreut Besuch zu haben !

Dienstag, 07.09.21

Am Dienstag haben wir an unserem Bus Kaffee im Hof von Loliner gekocht. Lolek und ich sind dann zu einem See gefahren, denn Lorand musste arbeiten. Leider war es etwas wolkig, aber egaaaal – trotzdem schön!

Aufm Rückweg waren wir einkaufen und haben abends an unserem Bus campingmäßig Spaghetti Bolognese gekocht – dat war lecker! – und mit Lorand über Gott und die Welt und seine Firma geredet – die gerade in einer schwierigen Lage ist – vor allem seit CORONA gibt es Engpässe bei Zulieferern und weniger Bestellungen – und vor allem findet er nicht geeignetes Personal, so dass er mehr produzieren kann. Ein Dilemma, dem vielleicht eine Stange Geld Abhilfe leisten könnte…
Das Potential ist auf jeden Fall da denn er ist ein super Konstrukteur und alles was er macht hat meeega die Qualität und Funktionalität. Zur Zeit baut er vor allem Transportkisten – aus Aluminium geschweißt und pulverbeschichtet – für die verschiedensten Lastenräder die es auf dem Markt so gibt.

Lorand ist ein super lieber, schlauer, unterhaltsamer Freund – wir wünschen ihm den Durchbruch mit seinem Unternehmen, auch wenn es für Menschen wie ihm, die nicht so kapitalistisch eingestellt sind, ganz schön schwierig ist…

Mittwoch, 8.9.21

Heute geht’s eeendlich los! Wir haben sowas von Bock endlich mal im Bussi zu schlafen! Und in der Natur zu sein, Abenteuer zu erleben – nicht wissen wo man abends nächtigt…

Wir fahren mittags nach dem ausschlafen, Kaffeetrinken los. Lernen kurz vor der Abreise noch Lorands Mama kennen, die auch an seiner Firma beteiligt ist und manchmal im Büro mitarbeitet.

Dann geht’s los!
Es geht Richtung Plattensee = Ballaton, wo wir nur einen Blick drauf werfen möchten, um dann weiter zufahren Richtung Rumänien. Der Plattensee ist ziemlich zugebaut, kaum ein Zugang zum See ist möglich. Der See ist super klar und verläuft ganz weit hinein sehr flach. Nach einer kurzen Pause und ein paar Fotos geht es weiter.

Wir benutzen auf unserer Reise übrigens eine ganz tolle APP: park4night. Dort kann man in egal welcher Region auf der Welt Übernachtungsmöglichkeiten für Camper finden – sei es Park- oder Campingplätze, oder freie, wilde Standorte, wo Reisende gute Erfahrungen gemacht haben etc. Dort wird der Platz gut beschrieben, Erfahrungsberichte werden ausgetauscht und auch mit Foto gezeigt wie es da aussieht.
Perfekt für ortsunkundige Reisende wie wir es sind – absolut empfehlenswert!

Über diese App habe ich für heute Nacht einen Schlafplatz ausgeguckt, so dass wir ca. 3 – 4 Stunden unterwegs sind und gegen 18 Uhr unser Ziel erreichen. Wir fahren bei strahlend blauem Himmel bei ca. 28 ° durch scheinbar endlose Weiten flaches Land mit Mais- oder Sonnenblumenfeldern oder Steppe. Durch kleine, ungarische Dörfer die meist nur aus einer Straße bestehen.

Der Stellplatz, den wir anvisieren ist bei BAJA, in Südungarn, ca. 100 km vor Szeged. Wir haben beschlossen möglichst schnell, aber gleichzeitig ganz gemütlich, durch Ungarn zu kommen und Rumänien zu bereisen – das erscheint uns vor allem landschaftlich reizvoller.

Wir kommen pünktlich wie die App uns vorausgesagt hatte um 18 Uhr auf einem Picknickplatz direkt neben einem Fluss an, an dem „wild campen“ auch erlaubt ist. Alles ist supi – nur Mücken surren um uns herum und gleich beim 1. pinkeln im Freien wird mein Hinterteil fast aufgegessen von denen! Aber wir beschließen dass uns das egal ist, packen Autan aus und kochen uns was Schönes.

Da es hier im Osten schon um 20 Uhr dunkel ist und Lolek den halben Tag Auto gefahren ist, sind wir auch schon zeitig müde und gehen schlafen in unserem ur gemütlichen Bussi!

RUMÄNIEN

Donnerstag 09.09.21

Am nächsten Tag geht’s nach einem leckeren Kaffee & Frühstück in der Sonne weiter.
Next stop: Rumänien. Ich habe wieder einen Stellplatz über park4night ausfindig gemacht nach einer Etappe von ca. 300 km: Südlich von Timisoara , nicht weit von der Stadt entfernt, aber trotzdem scheinbar in der Wildnis. Wir fahren über Landstraßen, durch Dörfer, passieren erst die ungarische, dann die rumänische Grenze.

Wir machen uns mit den rumänischen Verkehrsregeln vertraut:
Wenn man einen Zebrastreifen überfährt – Führerschein weg.
Wenn man zu schnell fährt (im Ort 50, Landstraße 90, Autobahn 130 kmh) kann die Policia an Ort und Stelle um die 1000 € Strafe in bar verlangen!
Wenn man alkoholisiert Auto fährt , kann man 1-5 Jahre ins Gefängnis kommen.

Wir beschließen, uns strikt an die Regeln zu halten!

In Rumänien tauschen wir erst mal Geld. Hier gibt’s Lei: 1 € = 4,85 Lei.
(In Ungarn gab´s übrigens Forint, wobei 1 € = ca. 300 Forinth sind.)

Wir passieren ein paar Dörfer und die Stadt Timisoara, die in diesem Jahr DIE Kulturhauptstadt Europas ist! Wir haben trotzdem keine Lust Zeit in der Stadt zu verbringen und fahren weiter zu unserem neuen Zuhause – dem Schlafplatz für diese Nacht!
So spät im Jahr steht die Sonne ab dem Nachmittag sehr tief und alles sieht sooo schön aus im gleißenden Licht.
Was uns auffällt & gefällt: die abenteuerliche Verkabelungen an den Häusern & Straßen. Witzig! Ich muss an unseren Vermieter im Gallus denken, den Herr Männel, der sich schon ultra aufgeregt und mit Kündigung! gedroht hat, nachdem er nach 15 Jahren entdeckt hatte, dass wir mit einem einzigen Netzwerkkabel im Innenhof unsere Wohnung mit Rüdis verbunden haben. o m g

Kaum haben wir die Stadt hinter uns führt uns das Navi zu unserem Schlafplatz, nur ca. 5 min. von der Straße entfernt. Man hat den Eindruck in einer endlosen Steppe direkt am Fluss irgendwo im Nirgendwo zu sein, wo weit und breit kein Mensch existiert!

Wir klappen uns aus, bereiten Essen zu und genießen die Ruhe und später den fetten Sternenhimmel und die untergehende Mondsichel.
Doch halt – was ist das? Ganz dem Klischee entsprechend tönt Gipsy-Musik über die Landschaft, … am frühen Abend schon und die halbe Nacht. Herrlich! Was ne Party da abgeht – aber wo nur?

Freitag, 10.09.21

Am nächsten Morgen begrüßt uns wieder die Sonne, der blaue Himmel und eine Schafsherde in Sichtweite. Nach dem Guten-Morgen- Kaffee möchte ich mal schauen wo die Musik hergekommen sein könnte. Es muss schräg gegenüber, auf der anderen Seite des Flusses gewesen sein. Ich wate durchs Wasser das mir bis zum Po reicht auf die andere Seite, kletter die Böschung hoch – aber da ist nichts. Steppe soweit das Auge reicht. Magic!

Und gleich geht’s weiter! Denn das eigentliche erste richtige Ziel ist Herkulesbad – Baile Herkulane -in der Region Banat im Süd-Westen Rumäniens am Fluss Cerna. Hier gibt es heisse Quellen!
Der Sage nach habe sich Herkules hier seine Wunden geheilt.
Die Existenz der Siedlung ist seit dem Jahr 153 durch eine römische Inschrift bezeugt. In der Zeit des Römischen Reiches war Baile Herkulane ein wichtiger Kurort, der nach dem griechisch-römischen Gott Herakles benannt war. Aus dieser Epoche stammen zahlreiche archäologische Funde.
Im Mittelalter und während der Türkenzeit verlor Herkulesbad an Bedeutung.
Der moderne Kurbetrieb begann mit der Inbesitznahme des Banats durch Österreich-Ungarn im Jahr 1718. Es wurden neue Bäder angelegt und 1736 eröffnet. Die Kurgebäude errichtete man in österreichischem Barockstil – wunderschön, aber leider heute halb zerfallen.
1801 wurden die ersten Pavillons gebaut, die teilweise auch heute noch funktionsfähig sind. Die Bauten an beiden Seiten des Cerna-Ufers, alle spätbarocken Bauwerke, wurden von dem Wiener Architekten Doderer geplant. Im 18. und 19. Jahrhundert besuchten mehrere österreichisch-ungarische Herrscher den Ort, u. a. Franz I, Joseph II, Franz Josef I und Elisabeth a.k.a Kaiserin Sissi.

Als wir uns Tage später diese einsturzgefärdeten herrschaftlichen Bauten angeschaut haben, haben wir uns vorgestellt, wie die Sissi immer von ihrem prächtigem Anwesen über den Fluss zur pompösen Badeanlage getragen wurde…

Sooo gerne wären wir im diesen Lost Place mal lustgewandelt… aber alles war verrammelt. Ein Photo konnte ich durch eine Bruchstelle in einer Tür machen:

Aber zurück zur Fahrt nach, und Ankunft in Herkulesbad:

Vom flachen Land Rumäniens …

…kamen wir in die waldige Hügellandschaft am Fuße der Karpaten nach Baile Herkulane rein, vorbei am kleinen, wunderhübschen barocken Bahnhofsgebäude,

….vorbei an touristischen Ständen, den Berg rauf, hier noch mal rechts angehalten, wo wir einen super Ausblick auf den alten Kurort mit seinen ehemaligen Prachtbauten, umgeben von gewaltigen, waldigen Bergen genießen konnten:

….hin zu dem Campingplatz, zu dem uns die park4night app den Weg weist. Immer den waldigen Berg hoch in Serpentinen, noch 4 km, dann sind wir da:
ein kleiner, schlichter, ursprünglich gehaltener Campingplatz direkt am Cerna Fluss. Wir machen uns bemerkbar und ein kleiner Mann mit großem Bauch macht uns mit Fetzen auf englisch, deutsch & französisch klar dass wir willkommen sind. Es kostet 10 € pro Nacht für uns beide und den Bus. Nice!

Wir halten nach einem Platz für uns Ausschau und schnell ist klar, dass wir den Platz weiter oben am Ende des Campings, ohne direkte Nachbarn, beziehn möchten.
Der ganze Platz geht in 2 Terassen runter zum Fluss, hat Platz für vielleicht 20 Plätze -aber nur vielleicht 20 % sind belegt und zwar ausschließlich von ältern, rumänischen Paaren.

Da der Boden etwas schräg ist – und zwar in alle Richtungen! – arbeiten wir mit den Keilen, die wir extra noch in D gekauft hatten 🙂
Ein netter Rumäne winkt von weitem wie wild und will uns helfen zu rangieren, deutet immer an dass wir uns doch drehen sollen. Wir checken nicht ganz was er meint, aber drehen den Bus, was eh besser ist weil wir dann mit dem Hinterteil = Küche, Ess- und Wohnzimmer in Richtung Wald stehen. (Nachts im Bett bekommt Lolek einen Lachanfall, weil er durch einen Geistesblitz darauf gekommen ist, dass ich die Keile genau falschherum hingelegt habe. Wahrscheinlich wollte der Mann uns mit seinen wilden Gesten darauf hinweisen…)

Als wir unsere Sachen aufbauen – Küche klapp auf, Tisch und Stühle raus, fertig – kommen aus dem Wald ein Mann & eine Frau in Bademänteln freundlich grüßend. Stimmt! Der Campingplatzbesitzer meinte etwas von 200 Meter bis zu den Thermen. Ich (Caro) geh gleich mal schauen – über einen heruntergetrampelten rostigen Zaun, vorbei an unendlich viel Müll, an einem alten zugedrecktem zusammengefallenem Klohaus vorbei, auf einem Trampelpfad steil runter zum Fluss, über eine wunderschöne alte Hängebrücke getragen von armdicken Stahlseilen, ein Stück links und da fließt die heisse Quelle dampfend in den Fluss. Mehrere Becken sind aus herumliegenden Steinen geformt und haben unterschiedliche Temperaturen. Das vordere Becken hat bestimmt 60 Grad. Weiterhinten perfekte heisse Badewannenwärme – omg! Wir lieben einfach heiß baden!
Schnell zurück und Lolek berichten! Wir kochen, spielen backgammon, und gehen später im Stockdunklem mit Stirnlampen an nochmal runter zu den heissen Quellen auf ein Fussbad, das schon herrlich durchwärmt. Riecht auch übrigens seltsamerweise fast gar nicht nach Schwefel dort.

Samstag, 11.09.2021

Erst am nächsten sonnigen Tag genießen wir ein ausgiebiges heisses Bad in der Sonne – auch als Wechselbad im kalten Fluss – fantastisch!!
Die Ruhe, die Vögel, die Felsen, die Berge, der Wald, der Fluss, der blaue Himmel, die Sonne – W o w !!

Erst dachten wir, dass wir nur eine Nacht bleiben – aber daraus wurden 3 Nächte.
Am ersten Tag sind wir nach dem heissen Morgenbad auf eine kleine Tour runter nach Herkulesbad ca. 5 km ins Tal gelaufen. Was wir da sehen: wunderschön wie der Fluss sich in der Schlucht durch die Berge schlängelt, und hier und da gibt es immerwieder Badeanlagen, mit natürlichen oder gemauerten Becken voller älteren Menschen in heissem geschwefeltem Heilwasser.
Wie gut dass wir eine heisse Quelle DIREKT am Campingplatz haben wo NIX los ist! 🙂

Unten im Tal stoßen wir direkt auf die berühmte Herkulesstatue, sehen viele, leerstehende, halb zerfallene Bauwerke und erreichen schließlich die ehemals prunkvollen barocken Badeanlagen deren Fassade teilweise von Holzkonstruktionen gehalten werden muss damit sie nicht wegbricht…

Direkt gegenüber auf der anderen Seite des Flusses sind etliche touristischen Stande wo Gegrilltes und rumänische Trachten angeboten werden.
Da ich mich bei den bestickten Blusen freudig erinnere, dass ich mal so eine von meiner Mutter geerbt bekommen hatte und ober gerne getragen hatte – überredet mich Lolek eine zu kaufen 🙂 Na guuut.

Nach einem kleinen Imbiss geht es mitm Taxi den Berg rauf zurück zu unserem Bussi.
Hier verbringen wir wieder Zeit mit unseren „Vögelchen“! Der Platz direkt am Wald ist ein Vogelparadies – und die kleinen Piepmatze sind kaum scheu und darauf aus etwas zu essen von uns aufzupicken. Wir packen die Sonnenblumenkerne aus und haben einen Spass daran ihnen zuzuschauen – ein herrliches Schauspiel! Stundenlang können wir uns das ansehen!


Montag, 13.09.21

Nach der dritten Nacht – und einer wunderschönen Zeit in dem paradiesischen Tal mit den heissen Quellen…

…fahren wir weiter Richtung Siebengebirge, Transylvanien!
Erst geht es nochmal ca. 60 km nördlich, zurück von wo wir kamen. Dort fahren wir wieder an den wie Zipfelmützen aufgetürmten Heuhaufen vorbei, die überall auf den Feldern aufgereiht sind. Drollig!

Dann geht’s rechts ab gen Osten in die Berge! Wir peilen die Gegend um Sibiu an, das ist die Hauptstadt der Region – dort gibt es sogar einen Romakönig.

Wir streifen die Stadt aber nur, denn wir wollen direkt ankommen – diesmal auf einem Campingplatz südlich der Stadt, auf dem Lande.
Der Camping ist relativ voll, aber für eine Nacht okay. Vor allem sauber ist er – noch nie haben wir so saubere Sanitäranlagen auf einem Campingplatz gesehen – und es gibt heisse Duschen! Und W-lan. Und Strom.

Apropos Strom – an dieser Stelle können wir mal einen Werbeblock einfügen für das ober gute Strom- & Kühlsystem von Plug in festivals:
Wir haben eine Powerstation dabei mit 12 Volt Akkubatterie inkl. Spannungswandler auf 220 V, die sich sowohl bei der Fahrt über den Zigarettenanzünder laden kann,
als auch über ein Solarpanel, welches Lolek von ein paar lieben Freunden zum Geburtstag bekommen hat. 🙂
Das zusammen speist auch den Strom für unsere Kühlbox, die zufällig genau in unsere Bettbox passt und ausreichend Platz bietet für alles was gekühlt werden muss. Den Kühlschrank kann man vom Handy aus steuern, Temperatur einsehen, verändern und an & ausschalten! Ganz geil! 🙂
Wir als „digital natives“ können also immer unsere Händis, den Laptop und die Musikboombox laden! Und scheint die Sonne mal nicht, ist die Powerbank an einer Steckdose in 3 h komplett voll aufgeladen und hält dann wieder 3 Tage. Mega gut!!

Dienstag, 14.09.21

Nach einer ruhigen Nacht geht es weiter Richtung Transfagarasam Pass.
Erst geht es nochmal lange geradeaus, doch schon von Weitem sehen wir die Berge aus dem flachen, kargem Land sich erhebend! Was mich etwas beunruhigt: es gibt Gewitterwarnung auf der Wetterapp, und dicke, bauschige Wolken sehen wir schon im Gebirge sich ballen. Und wir wollen heute irgendwo da oben übernachten…

Langsam wird es waldig und in Serpentinen geht es bergauf. Immer weiter, bis wir die Baumgrenze durchbrechen und der Pass sich in seiner Gänze zeigt – immer weiter hoch wie eine Carrera Bahn schlängelt er sich bis 2046 m Höhe, umringt von noch höheren, felsigen Bergen, scheinbar mit grün-rotem Moos bewachsen und unzähligen Rinnsalen die sich manchmal in kleinen Wasserfällen den Berg runter stürzen. Wunderschön!!!
Nachdem wir tagelang durch flaches Land fast immer geradeaus gefahren sind, ist es sooo geil nun dieses Gebirge und die Aussicht hier zu erleben!

Ganz oben am Passhöhepunkt ist ein großer Parkplatz mit einigen Ständen, wo Einheimische selbstgemachten Käse, Schicken, Wurst, Honig, Schnaps und vieles mehr anbieten. Wir fahren weiter, durch einen Tunnel –
und auf der anderen Seite sieht es wieder atemberaubend aus!

Park4night schlägt uns einige Schlafplätze hier oben für die Nacht vor… aber wir finden selber einen hübschen Platz in einer Kurve direkt neben der Straße, der als PICNIC ZONE ausgewiesen ist. Die Sonne bricht immerwieder durch die Wolken und es ist wunderschön. So friedlich!

Doch plötzlich schlagen unsere Händys ALARM! Eine Sirene ertönt und eine weibliche Stimme spricht etwas auf rumänisch und einen Nachricht haben wir erhalten.
Wir gehen davon aus dass es sich um Unwetterwarnungen handelt.

Ich tippe die rumänische Nachricht ab und gebe sie in den Googel-Übersetzer ein. Ausgerechnet das Wort URSI übersetzt er nicht. Zum Glück hat Lolek nochmal nachgeschaut: BÄREN! Es seien einige Bären gesichtet worden – aber 40 km weiter unten im Tal… an einem See. Wir beschließen trotzdem hier zu bleiben, da wir fest davon überzeugt sind, dass wir im Auto sicher sind, und die Bären es nicht schaffen, sich eine Dose aufzumachen ;)!

Noch ist es Nachmittag, aber Lolek macht trotzdem ein Feuerchen an auf der bereits existierenden Feuerstelle – das soll uns die Bären fern halten 😉
Dann machen wir lecker Essen: es gibt eine Dose Chili con Carne mit selbstgebackenem Brot von Lolek.
Das haben wir noch gar nicht erwähnt: schon in Ffm hatten wir uns überlegt auf der Reise das Brot einfach immer selber in einer kleinen Pfanne zu backen, so fladenbrotartig.
Lolek ist ja auch eh der allerbeste Brotbäcker und hat ein super Rezept – es ist sooo lecker!!

500 gr. Mehl
375 ml Wasser
1 Esslöffel Olivenöl bzw. wir nehmen selbstgemachtes Kräuteröl
1 Esslöffel Salz
1 Esslöffel Honig
1 Päckchen Trockenhefe
und nach Belieben Kräuter oder etwas Pesto

Alles schön verrühren bis ein glatter Teig entsteht, der sich leicht von der Rührschüssel löst, dann gehen lassen – gerne über Nacht im Kühlschrank, oder eine kürzere Zeit an einem warmen Ort.
Auf kleiner Hitze mit etwas Öl plus Deckel drauf die Hälfte des Teiges schön langsam backen, bis ein fluffiges Fladenbrot mit goldbrauner Kruste daraus wird.
Das PfannenBrot hatten wir schon bei unserer „Probeübernachtung“ in unserem Partygarten ausprobiert – der jetzt übrigens einvernehmlich „WALACHEI“ getauft wurde! Haha, und bald sind wir in der echten Walachei! 🙂

Zurück in die Berge:
das Abendessen verlief ruhig – und schon vor Einbruch der Dunkelheit sind wir in den gemütlichen Bussi umgezogen und haben etwas aufgeregt Ausschau nach Bären gehalten. Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch die Heckklappe auf, als wir einen Blick spüren – was war das? Ein Bär…? Nein, …es ist ein Fuchs! Aber was für ein Prachtexemplar – ganz schön groß, mit buschigem Schwanz, steht er da, ca. 5 m entfernt – und schleicht sich dann, sich nochmal umblickend, wieder ins dunkle. Wie im Märchen mutete es an. Wow, wir sind ultra geflasht!

Wir schließen die Heckklappe und schließen uns ein.
Was als nächstes passiert sind Gruschel- & Knabbergeräusche aus dem Motorraum. Ein Marder? Mit Zuschlagen der Seitenschiebetür versuchen wir ihn zu vertreiben, aber das Geräusch beginnt immer wieder. Lolek versucht es mit Motor starten und hupen wie wild – danach haben wir erst mal Ruhe und versuchen zu schlafen. Leider beginnen die Geräusche immer wieder und immer schwieriger lässt sich das Viech vertreiben. Irgendwann sind wir bei Motorhaube aufmachen, reinleuchten, Lärm machen, hupen UND Motor aufheulen lassen… danach ist wieder Ruhe – bis das Geräusch uns immer und immer wieder weckt und wir uns immer wieder abwechselnd aufmachen um es zu vertreiben, getrieben von der Vorstellung, dass uns das Nagetier die Bremsschläuche oder die Elektronik zerfrisst…..

Mittwoch, 15.09.21

Wir überstehen die Nacht, und der Bussi funktioniert immernoch einwandfrei. Puh! Heute möchten wir nochmal zur Spitze des Transfagarasam hochfahren, denn wie wir gelesen haben, gibt es dort oben einen Bergsee – den Baleasee.

Wir sind überwältigt von den mächtigen Bergen, dem wunderschönen Farbenspiel aus grau, braun, grün- & roten Farbnuancen und dem Bergsee, der nochmal ein ganz neues, blau-grünes Farbenspiel mit rein bringt. Wir laufen auch nochmal über den kleinen Markt und kaufen eine rumänische Spezialität, ein typisches Essen der Hirten: warme, mit Käse gefüllte Polentabälle. Machen sehr satt!

Nun wollen wir weiterfahren und endlich ans Schwarze Meer!

Noch einmal dürfen wir diese herrliche Straße gen Süden herunterfahren, Kurve um Kurve, erst durch die Karge Felsenlandschaft, dann beginnt es wieder waldig zu werden.

Noch fast eine Stunde zieht sich der Transfagarasam Pass – und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke & Eindrücke.
Wir fahren genau auf das „Bärengebiet“ zu, also die Region, die gestern von der Notfallbehörde gewarnt wurde. (Ich bin immernoch erstaunt WIE GUT so ein Warnsystem funktionieren kann und einfach ALLE sich in der Gegend aufhalten und ein Smartphone besitzen automatisch gewarnt werden. Da kann sich Germany mal was abguggn, zb bei Unwetterwarnungen mit Starkregen…)

Die Passstraße führt an einem richtig großem See vorbei, als sich plötzlich die Autos vor uns stauen. Ein Unfall..?
Nein…– es sind BÄREN!!! Eine Bärenmama mit 2 Kindern lungern am Straßenrand herum… überhaupt nicht scheu und gar nicht angriffslustig. Wir könnens nicht glauben… ECHTE Bären in FREIER Wild- bzw Fahrbahn! Ich (Caro) bin mal wieder so außer mir… und aufgeregt – kann mein Glück kaum fassen, da steht schon wieder ein Braunbär am Straßenrand, und wieder, und wieder und wieder.
Sieben mal haben wir Bären getroffen, seht selbst:

Tatsächlich ist es so dass die Autos vor und hinter uns die Bären füttern, zB mit Äpfeln… von daher ist es wohl so, dass die Bären wahrscheinlich extra hier an der Straße herumhängen in der Hoffnung, etwas zu essen zu bekommen – was wir auch irgendwie traurig finden, denn defacto sind es die Menschen die dem Bären auf den Pelz rücken und ihm immer mehr seines natürlichen Lebensraums wegnehmen.
Auch – wie wir später in einem Podcast hören – weil zB. Pilzsammler systematisch alle Berge hier durchkämmen (hier gibt es u.a. riiiiesige Steinpilze) und auch so die Bären vor sich her treiben oder gar verjagen.

Der See entpuppt sich als ein riesiger Stausee – und als wir ihn hinter uns lassen schlängelt sich die tolle Passstraße weiter durch eine wahnsinnig schöne Schlucht… bis es nach und nach flacher wird und weniger kurvig, und wir irgendwann wieder schnurstracks gerade aus, nur von Kreisverkehren alle paar km unterbrochen, jetzt Bukarest ansteuern. Auch das Klima hat sich verändert, und wurde merklich wärmer… und wir meinen schon das Meer zu riechen.

Wir streifen Bukarest, aber wollen uns die Stadt nicht genauer anschauen. Wir hörten von vielen obdachlosen, Klebstoff schnüffelnden Kindern, von einem hektischen, sehr lautem Grundpegel und wenig sehenswertem außer dem Parlamentspalast, der ab 1984 nach den Vorstellungen des diktatorisch regierenden Staatspräsidenten Ceausescu errichtet wurde. Dafür ließ er ganze historische Stadtviertel niederreißen, darunter 40000 Wohnungen, 12 Kirchen & 3 Synagogen! Am Ende wurde daraus das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt nach dem amerikanischem Pentagon. Heftig!
Ne ne – wir wollen ans Schwarze Meer!
Lolek wäre natürlich locker durchgefahren noch die 3 h, aber ich suche uns einen simplen Campingplatz aus, direkt bei Bukarest – denn wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. Auf diesem Campingplatz nahe der Stadt ist fast gar nix los, außer dass abends, als wir nach dem Essen noch gemütlich vor unserem Bussi sitzen, die ganze Zeit ein kleiner Fuchs um uns herumschleicht. Der will wohl auch etwas zu essen abgreifen. Mit der Taschenlampe lässt er sich kurzzeitig gut vertreiben. Gute Nacht!

Donnerstag, 16.09.2021

Heute werden wir das Schwarze Meer erreichen. Wir freuen uns schon sehr drauf! Bis wir dort ankommen sind wir fast 2800 km Auto gefahren! Also Lolek. Ehrlich gesagt ist er die komplette Strecke alleine gefahren. Er fährt sehr gerne und sehr gut und sicher. Und ich bin die bessere Beifahrerin und kann gut das Ziel festlegen und uns dorthin navigieren (außer dass ich eine rechts-links Schwäche habe, immer wieder – das ist schon lustig!)

Von Bukarest bis zum Meer sind es noch an die 200 km. Erst mal steuern wir aber noch einen Decathlon an, denn einer unserer Campingstühle ist auseinandergebrochen. Dieser Umweg kostet uns einige Zeit, denn wir müssen uns durch den stockenden, chaotischen Verkehr hier in Bukarest quälen. Lolek beschreibt den Verkehr hier so:
„Lauter Offenbacher unterwegs hier oder was?“

Also nix wie weg, wir nehmen ausnahmsweise mal eine Art Autobahn und sind in nullkommenix in Konstanza am Schwarzen Meer.
Wir fahren direkt weiter Richtung Süden, nur ca. 5 km, bis wir dank der park 4 night app, eine Küstenstraße bzw. Piste erreichen, an der einige Camper & Busse stehen… direkt am Schwarzen Meer! Freudig begrüßen wir es!

Um diesen tollen neuen Reiseabschnitt am Meer zu feiern möchten wir Fisch essen gehen. Netterweise werden in der park4night app auch umliegende Restaurants gezeigt. Das zweite das wir ansteuern hat sogar geöffnet!

Hier lassen wir es uns fischmäßig richtig gut gehen! Lecker!!!

Von dem Lokal aus fahren wir nur ca. 10 Minuten und sind wieder an einem so schönen Stellplatz direkt am Meer – dass mans kaum fassen kann!
Wir fühlen wir uns soo frei hier in Rumänien, es gibt sooo viel Platz und wir haben bislang nur freundliche Menschen getroffen!
Und so cool dass hier „Wild Campen“ erlaubt ist und es offensichtlich vor allem an der Küste sehr viele (v.a. Rumän*Innen) machen!

Freitag, 17.09.21

Am nächsten Morgen wachen wir beide pünktlich zum Sonnenaufgang auf. Wie schööööön! Danach schlafen wir noch ein bisschen weiter, um dann bald leckeren Kaffee zu kochen und Lolek testet schon mal das Meer an.
Direkt neben unserem Stellplatz befindet sich auch eine leerstehende Strandbar, ganz nach unserem Geschmack. Herrlich!

Wir packen aber bald ein, da wir nach Vama Veche wollen. Vama Veche sei ein alternativer, kleiner Ort, der südlichste an der Küste Rumäniens, wo es viele Aussteiger und Künstler geben soll, und im Sommer seien hier viele Partypeople, die sich in den ganzen Clubs hier am Strand tummeln. Wir sind gespannt!

Nach nur 30 Minuten haben wir den Ort erreicht, und er fasziniert uns auf Anhieb: ein bunt zusammengewürfelter Haufen, in DIY Manier zusammengeschraubter Baracken, bunt angemalt, eine Strandbar neben der anderen, aber vieles hat schon zu weil die Hauptsaison vorbei ist. Keine Hotelburgen gibt es hier und wenig Menschen / Touristen. Wir stellen uns vor was hier im Sommer abgeht, wenn alle Clubs etc. geöffnet haben und Scharen von jungen Leuten Ballermann-artig hier abfeiern. Jetzt Mitte September liegt über dem Ort eine Stimmung wie nach einer großen, langen Party… Ganz ganz schön!

Hier wollen wir ein paar Tage bleiben, und uns eeeendlich mal um unseren Blog kümmern. Wir haben die ganze Zeit immer wieder hier an dem Text geschrieben, schon in Wien einen Account bei WordPress eingerichtet – aber so ganz einfach erschloss sich uns diese Seite nicht, so dass wir sowohl technische als auch lektorische Hindernisse überwinden mussten.
Hier wollen wir mal (blogtechnisch) in der Jetztzeit ankommen!

Dafür setzen wir uns in eine schöne Strandbar und versuchen bei einem leckeren Capuchino & einem frischen O-saft Text und Bilder in unseren Blog einzupflegen…. Immerhin kommen wir ein paar Schritte weiter.

Wir beschließen uns einen schönen Stellplatz zu suchen wo wir ein paar Tage bleiben können. Dafür müssen wir nur am Ortsrand an der Küste entlang fahren, wo direkt wieder die endlose Weite beginnt und viele viele Camper, Caravans & Bussi ein paar Laufminuten von dem Dorf stehen und Urlaub machen. Hier gesellen wir uns dazu, werden auch direkt von den umliegenden rumänischen Urlaubern willkommen geheißen. Bus abgeparkt, verrammelt und los zum Meer – jetzt will ich auch endlich mal reinspringen!!! Wir lieb es ist: kaum kalt, wenig salzig und ganz nette Wellen!!! Wie toll!!!

Nach dem Sonnenbaden geht es wieder zu unserem Bussi, uns einrichten & ausbreiten… Blog schreiben, Abendessen kochen und Bärenbier trinken, dabei den Sonnenuntergang und das Wolkenspektakel bestaunen. Fantastisch!

Vom Ortskern schallt bereits laute Musik mit tiefen Bässen und ehrlich echt guter Musik herüber. Sie spielen eine Art Electro-swing. Nice!!
Das müssen wir uns genauer anschauen!

Wir laufen nochmal los die 5 Minuten bis zum ersten Strandclub, dessen Musik wir schon gelauscht haben, und es ist erstaunlich nett hier!
Ist halt relativ wenig los (ist ja auch noch früh am Abend…) – aber man kann sich vorstellen wir gut man hier abfeiern kann – mit dem Meeresrauschen im Hintergrund, dem Mond- & Sternenhimmel, der coolen Lightshow und leckeren drinks (naja, mojito können sie nicht so ;).

Hier hängen wir noch etwas ab, laufen dann noch durch den Ort und sehen einige Clubs am Strand – aus dem einen ertönt Elvis, aus dem anderen 80er Jahre Musik, dann gibt’s noch Rockkneipen und sogar drum´n bass und und.

Alles ganz nice – überall wenig los – und trotzdem gehen wir wieder zu unserem Bussi, da isses halt doch am schönsten!

Samstag, 18.09.21

Die nächsten zwei Tage lassen wir es uns einfach gut gehen – und arbeiten am Blog 😉

Montag, 20.09.21

Montag fahren wir wieder weiter. Zufälligerweise ist das allem Anschein nach auch der Tag, an dem hier in Vama Veche einfach alles zu macht, bzw zu bleibt, somit war gestern wohl Saisonende. Kein Wunder – es hat heute nochmal ziemlich abgekühlt und es ist sehr bewölkt und windig. Brrr!

Und dieser Tag war auch neben dem Herbsteinbruch der Tag er schlechten Nachrichten.
Das begann damit, dass Zoé mir morgens mitgeteilt hat, dass eine ehemalige Klassenkameradin von ihr (5.- 10. KLasse) umgebracht wurde! Ein Beziehungsdrama, von ihrer Freundin erstochen. Ich kannte sie auch. Wie unfassbar schrecklich!!!
Dann hat unser Motorraum seltsam beunruhigende Klappergeräusche gemacht.
Oh nein, bitte Bussi, lass uns nicht im Stich! Zum Glück gehen die Störgeräusche nach wenigen Minuten wieder weg und kommen nicht mehr wieder. Uffz!
Später erfahre ich, dass es in dem Pflegeheim, in dem meine Mutter untergebracht ist, einen Coronafall gibt, weshalb das GANZE HEIM abgeriegelt wird und KEINE Besuche mehr erlaubt sind! D.h. auch mein geimpfter Vater darf seine schwer kranke, geimpfte Frau nicht mehr besuchen – das ist sooooo traurig! Und sooo unverständlich! Dass das vor 6 – 12 Monaten so gehandhabt wurde ist noch einigermaßen einleuchtend, da war auch noch fast niemand geimpft. Aber jetzt, wo alle Heimbewohner geimpft und alle Besucher getestet werden, kann ich das gar nicht nachvollziehen! Das macht uns den ganzen Tag Sorgen, so dass wir ernsthaft überlegen unsere Reise abzubrechen. Aber da wir zuhause auch nichts an der Situation ändern können und mein Vater uns ermutigt, weiter zu reisen, werden wir das tun. Und mittlerweile ist das Heim auch wieder für geimpfte & getestete wieder geöffnte. Zum Glück!!!

BULGARIEN

Vama Veche ist die letzte Ortschaft an der Küste Rumäniens vor Bulgarien. So passieren wir nach wenigen Minuten die bulgarische Grenze, und halten direkt dahinter an, um Geld zu wechseln – man zahlt hier mit LEVA (1 €= 2 Leva) – und um die bulgarische Vignette zu kaufen.
Und hier sieht es schon wieder ganz anders aus:
die Straßen sind schon mal wesentlich schlechter als bisher. Schlaglöcher de luxe!
Es hat viel Wald, viele Sonnenblumenfelder die bereits geköpft sind, und die Ortschaften an der Küste sind zugeknallt mit Hotelburgen. Viele viele Tourishops sehen wir da, die aber alle schon geschlossen haben….

Wir peilen zum übernachten einen Strand an, an dem es laut park4night sehr üblich ist am Strand zu Campen, auch wenn es kein offizieller Campingpatz ist. „Wild Campen“ ist in Bulgarien ebenfalls total toleriert. Was wir dort allerdings sehen hätten wir nicht für möglich gehalten:
Der ganze Eichenwald direkt hinter dem Strand ist zugestellt mit Caravans, Zelten, Terassen, jeder hat ein selbstgegezimmertes Toilettenhäuschen oder eine Terasse, und auch eine Bar gibts dort, die ausschaut wie einfach hingebaut – aber nirgends ein Mensch vor Ort! Das wirkt ein bisschen mysteriös. Wie in einem postapokalyptischen Horrorfilm.

Wir machen uns erstmal Abendessen. Heute gibts Suppe aus Rumänien (Giorbe) mit selbstgebackenem Brot.
Leider ist es echt grau, stürmisch und frisch – vielleicht 15 Grad, und nachts wird es noch kälter und beginnt zu regnen und zu gewittern! Richtig heftige Blitze die im Meer einschlagen, können wir aus unserem Faradayschen Käfig aus beobachten!

Dienstag, 21.09.21

Der Himmel ist immer noch grau & es windet sehr – drum geht es weiter Richtung Süden. Um mal wieder duschen zu können und ein richtiges Klo zu benutzen und alle Batterien aufzuladen steuern wir einen Campingplatz an zwischen Warna und Burgas am Schwarzen Meer.

Neben uns ist eine Familie aus Luxemburg. Die kleine Tochter Yolanda (5 J.) ist mit ihren Eltern Neckel und Johannes (eine Künstlerin aus Luxemburg die mit Lochkameras arbeitet und ein Architekt aus Deutschland) seit Mai unterwegs und allem Anschein nach total hungrig mal andere Leute die ihre Sprache sprechen zu treffen. Sehr süß die Kleine. Aber auch ihre Eltern sind sehr nett. Ich (Lolek) bringe als Gastgeschenk 3 selbstgebackene Zimtschnecken vorbei.
Ihr Bus ist schön ausgebaut und in der seitlichen Schiebetür kann man eine runde Scheibe einsetzen mit verschieden großen Löchern. Damit wird der ganze Bus zu einer großen Lochkamera! Die Projektion wird dann mit einer Digitalkamera abfotographiert und die Bilder können dann weiter verarbeitet werden. Spannend! Sie war auch schonmal in Frankfurt und hat im Atelier Frankfurt ausgestellt.


Donnerstag, 23.09.2021

Hier bleiben wir 2 Nächte und beschließen dann, wegen schlechtem Wetter, direkt weiter nach Griechenland zu düsen – das sind noch ca. 250 km bis zur Grenze und von da aus nochmal ca. 180 km bis nach Alexandropoulis, von wo aus eine Fähre nach Samouthraki fährt.
Vormittags, kurz vor unserer Abreise, laufen auf dem Campingplatz einige Polizisten ein plus zivile Beamte, die ziemlich nach Zollfahndung aussehen. Sie schauen sich alle Stromzähler genau an und der Besitzer muss Ordner holen und vorzeigen.
Der Arme! Der Alptraum eines jeden Unternehmers…. *-*
Aber wie bezahlen wir jetzt? Wir müssen einige Zeit warten – und können dann bar zahlen (ohne Quittung ;).

GRIECHENLAND

Dann gehts los nach HELLAS ❤
Wir fahren ausnahmsweise mal Autobahn um Kilometer zu machen, die ganz schön miese Sprurrillen und Unebenheiten hat.
An der Grenze zw. Bulgarien und Griechenland wird es nochmal spannend:
Wir werden nach dem PFT Formular gefragt – und haben noch nie was davon gehört!
„Without PFT, no entrance!“ Wir wenden und halten im Niemandsland zwischen den beiden Ländern und versuchen online dieses Formular mit einigen Tücken und Übersetzungfehlern, auszufüllen.

Dabei geht es um Coronaschutzmaßnahmen: wir müssen angeben wo wir überall waren in den letzten 14 Tagen und wo wir uns genau aufhalten werden in Greece. Zum Glück können wir von Anestis eine Adresse erhalten. Und meistern auch diese Herausforderung 🙂
Weiter gehts!
Da es jetzt bereits schon Nachmittag ist und es immer früher dunkel wird je östlicher wir kommen – suchen wir einen Schlafplatz kurz nach der Grenze. Wir befinden uns hier in einem Dreiländereck zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei. Die Türkei ist nur wenige 100 Meter entfernt und am Abend hören wir die muslimischen Abendgebetsgesänge!
Morgen gehts zeitig weiter, damit wir um 15.30 Uhr die Fähre nach Samouthraki kriegen!

Freitag, 24.09.2021

Wir kommen pünktlich um 11 Uhr los und erreichen Alexandropoulis und den Fährhafen um 13 Uhr, gute 2 Stunden vor Abfahrt. Und das Wetter in Griechenland spielt gleich ganz anders mit! 🙂

Die Überfahrt dauert knapp 2 Stunden (obwohls nur 38 km vom Festland sind) – und um 17.20 Uhr kommen wir auf meiner (Caros) Lieblingsinsel an!
Mit Anfang 20 habe ich hier zweimal Rucksackurlab gemacht und obwohl ich damals nicht viel von der Insel gesehen habe und nur hippiemäßig in & um den Wald in Therma herumgehangen & gewandert bin, habe ich diese Zeit auf der Insel in unvergesslicher, paradiesischer Erinnerung!
Hier gibt es unglaublich viel Wasser! Nicht nur drumrum, sondern überall entspringen Quellen, die sich von dem 1600 m hohem Berg in Bächen, Flussläufen und Wasserfällen herunterstürzen und hier und da natürliche Pools bilden. Umgeben von einem märchenhaften Platanenwald… Das alles wollte ich Lolek schon lange so gerne mal zeigen!
Wie wir nachlesen konnten, wurde die Insel in den letzten 20 Jahren von einer Ziegenplage heimgesucht, die einen großen Teil in eine Steppe verwandelt und alles ratzekahl abgefressen haben. Hier wächst stellenweise kein Blatt mehr. Die Bauern & Bewohner haben dann Maßnahmen ergriffen – ich denke sie haben sie eingesperrt und außerdem gibt es auch einige Restaurants hier die lecker Ziege anbieten.

Kaum auf der Insel angekommen steuern wir Therma an, wo es die heißen Quellen gibt, weil wir liiieben heiss baden! 🙂

Wir laufen kurz durch den mini kleinen Ort Therma – und alles sieht eigentlich fast immernoch genauso aus wie vor 24 Jahren !
Wir gehen was leckeres Essen (Choriatiki <3), danach noch den einen oder anderen Ouzo im Kafenion trinken und beschließen, noch ein nächtliches heissen Bad in den Thermen zu nehmen – einfach herrlich! Gut durchgewärmt legen wir uns im Bussi auf dem großen Parkplatz neben dem Kafenion schlafen 🙂

Samstag, 25.09.21

So – heute erweitern wir mal unseren Horizont auf Samouthraki und fahren von Therma, das etwas erhöht gelegen ist, runter ans Meer und nach rechts die Küstenstraße entlang – bis es nicht mehr weiter geht! Hier endet die Straße einfach an dem tollen Strand Kipos.

Nach einem Sonnenbad sind wir wieder ein paar Kilometer zurückgefahren,

…..um die Fonias Schlucht hochzulaufen zu einem wunderschönem Wasserfall.
Dorthin läuft man gemütlich auf einem Trampelpfad nach ca. 45 Minuten.

Auf dem Rückweg kehren wir im Hängemattencafé ein auf einen Frappé. Lecker!!!

Anschließend wollen wir noch um unsere müden Glieder zu beruhigen und ein Bad in der heissen Schwefelquelle in Therma nehmen, um dann, bevor es dunkel wird, beim Campingplatz am Meer zu sein, wo wir uns etwas Leckeres kochen.
Dort verliebt sich Lolek in eine Katze – ich ja sowieso eh auch.

In dieser Nacht träumt Lolek, dass er und die süße Kätzin heiraten! Am Traualtar will sie gerade ein griechischer Pastor vermählen, als ein Mann angerannt kommt und ruft: „Halt! Stopp! Du kannst sie nicht heiraten, ich bin schon mit ihr verheiratet!!!“
So wurde aus der Hochzeit nichts….

Sonntag, 26.09.2021

Heute haben wir uns wieder Programm vorgenommen, nach einem gemütlichen, aber auch nervenaufreibendem Morgen wegen dem blöden wordpress, wo nix so funktioniert wie es soll. Das nervt sooo hart ab…
Wir wollen uns Chora anschauen, die „Hauptstadt“ der Insel in den Bergen.
Nach einigen Kilometern sind wir schon dort. Hier auf Samouthraki ist nichts weit weg!

Weil am Sonntag leider alles wie ausgestorben ist, fahren wir weiter zum südlichen Teil der Insel zum einzigen Sandstrand auf der Insel Pachia Ammos – da war ich auch noch niiiie!
Wunderschönes blaues klarstes Wasser, keine Menschenseele weit & breit.
Hier gibt es wundertolle vulkanische Felsformationen und man sieht richtig, wie die Lava einst sich aus dem Vulkan den Berg herunter ins Tal ergossen hat.
Wunderschön hier, wir kommen bald wieder! 🙂

Nach einem Sonnenbad fahren wir wieder zurück, weil heute ist Bunddestagswahl!!!
Am Camping machen wir zusammen mit unserer Katzi eine Wahlparty –
…wie frustrierend das Ergebnis!

Montag, 27.09.21

Heute wollen wir den Wald um Therma herum erkunden, der sooo besonders ist, einach märchenhaft: voller riesiger uralter, verknorzelter Platanen – mit teilweise über 2 m Stammdurchmesser und ewig hoch, die oftmals wie Skulpturen oder menschliche Körper erscheinen, umgeben von krassen Felsformationen – die teilweise mit den Bäumen verwachsen sind. Abgefahren
Noch dazu kommt das gleißende, herbstliche Licht, die teilweise schon verfärbten und herabfallenden Blätter – beeindruckend schön!
Hier gibt es direkt einige Flussläufe, die sich immerwieder in Form von Wasserfällen in natürliche Pools herabstürzen 🙂 Bald haben wir sie gefunden, die Vathra-Schucht, die gar nicht weit vom Dorf beginnt und direkt ein verzückendes Naturschauspiel bietet: umringt von großen und kleinen Felsen muss man erst durch ein eiskaltes Pool bis zur Brust waten, um auf der anderen Seite von mehreren kleinen Wasserfällen belohnt zu werden. Wir klettern noch 3 Pools weiter hoch – wie die Bergziegen krakseln wir von Fels zu Fels, das macht Spaß!
Ein paar wenige nackte junge Menschen trifft man noch, meist meditierend auf einem Felsen sitzen.
Wir finden es uuuuuultra mega schön! Wie im Paradies!!!!!

Abends wollten wir in einem von Steffi und dem Internet hochgelobten Restaurant in den Bergen Ziege essen, die leckersten Ziegen der Insel, die dort in vielen verschiedenen Variationen im Holzofen geschmort werden – aber leider erfahren wir oben angekommen, dass sie schon Saisonende haben und wir doch nächstes Jahr wiederkommen sollen. Schadi.
Dann essen wir halt Ziege im Hängemattencafé – die dort aber bisi fettig, knorpelig & trocken war – und schlafen dann doch nochmal beim Katzichen, obwohl wir im Camping schon ausgecheckt hatten. Unser Kätzchen kommt auch bald angerannt & Lolek verbringt die Nacht mit ihr in der Hängematte 🙂 🙂 🙂
Am nächsten Tag ist sie dann weg *-* …wahrscheinlich schon abgereist, denken wir uns.

Dienstag, 28.09.2021

Heute ist der Plan nochmal zum südlichen Sandstrand der Insel zu fahren, Pachia Ammos, und dort zu übernachten. Es ist einzigartg schön und wir sind auch die einzigen dort.
Wir genießen die Ruhe, das Meer, den blauen Himmel und machen ein paar Spaziergänge über die abgefahrenen endlosen Felsformationen. Abends machen wir eine mini Party und ein Feuerchen in einer kleinen Schlucht am Meer, keine 20 m von unserem Bussi entfernt
🙂 🙂 🙂

Mittwoch 29.09.21

Heute hängen wir den ganzen Tag in „unserer“ Bucht ab, klettern über die Felsen hinüber zur Nachbarbucht, machen Schnorcheltouren, lesen, machen uns ne Dose warm, und genießen die Sonne. Herrlich!!!
Die Landschaft und alles wirkt wie eine Filmkulisse. Es ist atemberaubend. Wie auf einem anderen Planet.

Und weils sooo schön ist bleiben wir noch eine Nacht – und beschließen, am nächsten Tag weiter nach Limnos zu reisen, um von dort aus am Sonntag nach Lesbos zu kommen. Direkt oder öfter fahren die Fähren jetzt in der Nachsaison leider nicht.

Donnerstag, 30.09.21

Weiterreisetag! Schön im Pachia Ammos aufgewacht und es ist SEHR windig heute. So windig dass das Auto doll wackelt und draußen alles wegfliegt was nicht mit Steinen oder Heringen gesichert ist. Unser Vorteppich ist leider weggeflogen 😦
Drum packen wir bald zusammen und fahren nach Kamariotissa, das Fährhafenörtchen, um dort etwas Brot zu kaufen und ein Picknick irgendwo im Windschatten zu frühstücken. Da wir noch Zeit haben bis die Fähre um 17.20 Uhr fährt, möchten wir noch das hiesige Archeologische Museum aufsuchen, um die berühmte Nike von Samothraki zu sehen – zumindest eine Kopie der weltberühmten Statue, deren Orginal im Pariser Louvre ausgestellt ist. Es heißt, die Siegesgöttin wurde um 190 v. Chr. aus rhodischem Marmor gefertigt, wobei Fragmente erst zwischen 1863 bis 1950 gefunden wurden!
Wir suchen die 3,25 m große Statue in dem verwinkeltem Museum und zwischen den alten Steinen der einstigen Tempelanlage, fragen erst den Wärter, später auch die Wärterin nach der Nike – werden nach hier und da verwiesen, und erfahren erst nach dem 3. mal fragen, dass die Skulptur zur Zeit gar nicht hier ist. Schadi.

Auf nach Limnos!

LIMNOS

Abends gegen 20 Uhr kommt unsere Fähre an. Wir parken und essen im Hafenstädchen Myrina etwas zu Abend. Hier gibt es ober viele Tavernen am Hafen und clubbige, schöne und schicke Strandbars, aber tourimäßig ist auch nichts mehr los.
Stattdessen sind auffallend viele Gruppen von einheimischen jungen Jugendlichen unterwegs, immer getrennt nach Geschlechtern, die überall herumhängen oder durch die Stadt ziehen.
Gut satt fahren nach dem Essen ein kleines Stückchen raus an einen großen Parkplatz am Strand und schlafen 🙂

Freitag 01.10.21

Heute ist es sehr sehr windig!
Da wir hier auf der Insel Limnos eigentlich nur auf der Durchreise nach Lesbos sind, hatten wir uns noch gar nicht so mit ihr auseinandergesetzt.
Was uns hier auffällt: die Insel hat viel Steppe & Gerölllandschaften – kaum Wald, teilweise bergig aber auch viel flache Gegenden mit Landwirtschaft. Die Straßen sind eher schlecht, sehr schmal und es gibt viele kurvige Schotterpisten.

Wir machen uns heute auf in die „Saharah“ von Limnos: hier gibt es in den Bergen eine Dünenlandschaft mit feinstem Sand, der sich vom Wind getragen nur hier niedergelassen hat. Amazing!


Danach beschließen wir heute ausnahmsweise mal in einem Hotel zu nächtigen, weil uns der Wind kirre macht. Es ist bewölkt, kühl und der Wind pfeift und bläst was das Zeug hält. Und feiner Sand ist überall. Über das Internet wählen wir ein schnuckeliges, kleines Hotel im Süd-Westen der Insel aus: das Hotel Ethaleia, ca. 4 km von Moudros und 1 km vom Meer entfernt auf einem Hügel.
Wir sind bereits gegen 14 Uhr dort und fallen dort ganz überraschend für die Betreiber Apos und Finja ein. Es ist kaum was los um die Jahreszeit und gerne machen sie uns ein Zimmer zurecht – solange bekommen wir einen Weißwein von Limnos angeboten – der sehr lecker ist und mittags ganz schön reinhaut!

Wir sind happy! Erstens ist das Hotel richtig schön, geschmack- & liebevoll eingerichtet, und zweitens sind die Betreiber, ein Paar um die 40, total lieb & nett.
Sie kommen eigentlich aus Thessaloniki und haben die Hotelanlage mit 10 Zimmern erst 2015 begonnen zu bauen, nachdem sie das Stück Land geerbt hatten.

Hier verbringen wir den Rest des Tages und fühlen uns sehr wohl, duschen, machen Siesta und gehen abends im Dorf etwas essen. Danach sind wir sowas von vollgegesse,n weil die Portionen abartig waren: ein Salat für 3,50 € war eine große Salatschüssel voll, zur Vorspeise frittierte Zuchinis waren ein riesen Berg, den wir nichtmal zur Hälfte schafften, und die Hauptgerichte waren auch einfach zu viel! Auf Samouthraki hatten wir uns schon angewöhnt das übrig gebliebene Reste in einer Tupperware mitzunehmen – und wir konnten zweimal von essen. Auch da waren die Portionen einfach nicht schaffbar.
Echt krass und dumm was die hier an Essen wohl wegwerfen müssen! 😦

Samstag, 02.10.21

Am nächsten Tag sind wir frisch geduscht und gut ausgeschlafen und gefrühstückt, checken um 12 Uhr im Hotel aus und versuchen noch irgendwie den Tag rumzukriegen, denn unsere Fähre nach Lesbos geht um 3.25 Uhr in der Nacht und kommt um 7.25 Uhr in Mytelini auf Lesbos an. Puh was ne anstrengende Uhrzeit!
Also nehmen wir uns noch ein Ziel vor und fahren ganz in den Westen der Insel, dort gibt es schöne Windsurferstrände (oh oh, Wind!) und Salzseen.

Am frühen Abend steuern wir Myrina an, das Fährhafenstädchen – und versuchen dort direkt unsere online gebuchte Fährfahrt in echte Tickets zu verwandeln. Zum Glück klappt das, so dass wir nur noch ca. 8 Stunden rumkriegen müssen bis es los geht. So gehen wir wieder etwas essen und legen uns danach an den Fährhafen in den Bus, um noch 2 Stündchen zu schlafen bis boarding time ist…
Um 2 Uhr klingelt unser Wecker. Wir sind etwas verunsichert, ob wir am richtigen Fährhafen sind, denn es gibt den alten und den neuen Hafen – Oh oh. Nicht auszudenken wie doof das wäre wenn wir diese nächtliche Fähre verpassen und dann die Insel erst wieder in einer Woche verlassen könnten, zumindest in Richtung Lesbos.
Vor allem nervös werden wir weil um 3.10 Uhr immernoch keine Fähre in Sicht ist – aber immerhin haben sich andere Fahrzeuge eingereiht, und ich habe auch jemaden gefragt ob gleich die Fähre nach Lesbos kommt – und zum Glück ist das auch so. Puh!!
Sie kommt angerauscht, ein ziemliches Monster von einer Fähre, ein kurzes, schnelles Raus- und Reinfahren und weiter gehts!

Leider ist auf der Fähre alles hell erleuchtet, es gibt nur unbequeme Sessel wie in einem Flugzeug, überall laufen Fernseher oder es gibt irgendwelche Durchsagen, und nichts zum sich hinlegen, außer auf den Boden – somit klappt es mit dem schlafen nur mal kurz ein wenig….

LESBOS

Sonntag, 3.10.2021

Um 7 Uhr kommen wir relativ übernächtigt auf Lebos an und die Sonne scheint schon, der Himmel ist blau und kein Wind!! Angenehme 24 Grad + Sonne = super!

Übrigens: Moria, das Flüchtlingscamp auf Lesbos, wo 20000 geflüchtete Menschen unter kathastrophalen, unmenschlichen Verhältnssen teilweise jahrelang! eingeschlossen waren, ist ganz in der Nähe nördlich von Mytelini. Nachdem Moria letztes Jahr komplett abgebrannt ist, ist Kara Tepe das aktuelle Ersatzcamp. Es ist auch hier in der Nähe und beherbergt zur Zeit ca. 4000 Menschen, – zur Zeit viele Afghanen – die dort wieder gefangen sind und nicht einmal Presseleute oder Rechtsanwälte dürfen das Camp betreten. Es ist so fürchterlich und eine Schande von Europa!

Wir besuchen hier auf der Insel wie schon erwähnt Anestis, einen lieben Freund von uns, den ich schon seit circa 1995 zu Hanau-Zeiten kenne, wo ich die Goldschiedeausbildung gemacht habe. Auch Lolek kennt ihn gut, auch weil er seit Ewigkeiten zusammen mit Dete (einem urlang gutem Freund von Lolek) bei Zarakali wohnt. ER ist Zimmermann!

Da Anestis circa 2 h von Mytelini entfernt wohnt (Lesbos ist nach Kreta und Euböa die drittgrößte Insel Griechenlands!!) – steuern wir erst mal eine heisse Quelle auf dem Weg an in Polichintos, da wir daran dachten ein heisses Bad zu nehmen und dann nochmal schön 2 Stündchen zu schlafen.
Doch leider ist das Hammam, außer Betrieb und die heisse Quelle ist uuuultra heiss und nur ein Rinnsal und draußen sind auch keine Pools irgendwo angelegt. Schade!!
Es ist die heisseste Quelle Europas mit um die 90 ° heissem Wasser und in der Erde hat diese Quelle 400°C!

So gehen wir etwas spazieren und sind fasziniert von den Farben und Formen!!!
Und Lolek gart uns Eier im heissen Wasser und wir frühstücken noch bevor es weiter zu Anestis geht. 🙂

Kurz darauf machen wir uns auf nach Eressos.
Wir sind schon jetzt begeistert von der Insel, denn landschaftlich ist es super abwechslungsreich und schön:
es gibt hügelige Landschaften mit Olivenbaumwäldern, kleine Berg- oder Küstendörfer hier und da, dann Kiefernwälder, Eichenwälder, Felsen- & Geröllwüsten – die Vegetationen verändern sich ständig. Und unterhalb von Kalloni ist auch noch ein Vogelschutzgebiet wo sogar haufenweise Flamingos im Wasser herumstehen. Mal wieder ärgern wir uns dass wir kein Fernglas dabei haben (ist schon auf unserer Liste für die nächste Reise).

Anestis hat uns vorgewarnt: „Keinen Schreck kriegen, um Eressos herum sieht es plötzlich aus wie in Afgahnistan! Aber keine Sorge, Eressos selbst ist dann wie eine Oase in der Wüste!“

Auf dem Weg dorthin habe ich leider keine Fotos gemacht sondern „nur“ immer mal wieder gefilmt, auf Pause gedrückt, gefilmt, Pause, gefilmt usw. -> um die Veränderung der Vegetation festzuhalten. Das Video ist ganz schön lang geworden, aber ihr könnt ja mal rein klicken um einen Eindruck zu kriegen wie sich die Vegetation verändert:


Und Eressos ist ein wirklich schönes und berühmtes Dorf! Hier leben neben Einheimischen viele Aussteiger*innen und Künstler*innen, es gibt viele Tavernen und Bars und auch ein, zwei in ganz Griechenland berühmte Clubs am Strand (aber dafür sind wir mal wieder zu spät dran, the season is over!). Aber bekannt ist das Dorf Eressos dafür, dass super viele Lesben hier urlauben oder wohnen, sich ganz ungezwungen ausleben können und toleriert werden, was ziemlich einzigartig ist im streng griechisch-orthodoxem Griechenland. Es gibt hier auch einige Lesbenbars und jährlich ein Woman´s Festival! Echt cool!

Wir treffen Anestis in Eressos – im Oberdorf, das mit einer geraden, 4 km langen Straße mit dem „Unterdorf“ Skala Eressos verbunden ist.
Anestis ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und seine griechische Mutter war Mitte der 90er Jahre auf Lesbos und hat damals für sich entschieden, hier ansässig zu werden, zumindest für einen Teil des Jahres. So ist sie – mittlerweile in Rente – wie viele andere auch von April bis Ende Oktober hier auf der Insel und den Rest des Jahres in Deutschland. Sie besitzt mittlerweile 2 Häuser in Eressos und hat dann noch zwei weitere etwas höher im Berg gekauft bzw. gebaut, die mittlerweile Anestis gehören.
Da wohnt er, wenn er hier ist, und wir dürfen da nun auch wohnen!

Wir kommen an, im Olivenhain, wo rechts vorne Anestis´ Häuschen ist und am Ende hinten das andere tiny Steinhaus mit einer ganz hohen Decke – total schön gemacht!
Anestis sagt es ist das Hobby von seiner Mutter Häuser zu bauen und sie einzurichten 🙂

Am frühen Abend fahren wir mit Anestis´ Mietauto runter nach Skala. Auf dem Weg dorthin halten wir an einem Fluss voller Schildkröten und ein Storch mit riesiger Spannweite fliegt direkt kurz über uns vorbei!
Unten angekommen zeigt er uns den wunderschönen Strand zum Sonnenuntergang und dann das ganze Dorf mit seinen Gassen, Strandbars und Tavernen etc. – und alle 10 Meter halten wir an um jemanden zu begrüßen, denn Anestis kennt sie alle! 🙂 Viele ineressante oder lustige Geschichten über all die Originale die hier wohnen hat er zu erzählen!

Der Abend war total schön, wir waren noch Souflaki Pita essen, dann in der Taverna am Beach wo sich alle treffen. Hier lernen wir auch Susanna kennen, eine junge, SEHR aufgeschlossene Amerikanerin, die ihren Job in USA hingeschmissen hat und reist und hier ist, um im OSCHO Camp einige Workshops zu machen. Sie ist very americanish!
Osho war ja ein indischer Philosoph und der Begründer der Bhagwan Bewegung. Das Osho Zentrum hier ist direkt angrenzend an Anestis Grundstück, und man kann hier meditieren, Oshos Lehre folgen und alle möglichen Workshops machen. Anestis berichtet, dass er morgens um 7 Uhr oft geweckt wird weil er die Teilnehmer rumschreien und ausflippen hört.
Davon erzählt uns auch Suzanna – wie toll die Erfahrung sei morgens schon komplett aus sich raus zu gehen, auszurasten und allen Gefühlen Luft zu lassen und dadurch eine besondere Energy zu spüren. Lustig.

Auch Rena lernen wir hier kennen, eine gute, liebe, langjährige Freundin von Anestis – eine Griechin aus Thessaloniki, die seit 25 Jahren hier lebt mit ihrer mittlerweile 14 jährigen Tochter. Sie ist supernett & sympatisch, Künstlerin und hat ein Atelier, aber um über die Runden zu kommen jobt sie hier und da für nur 4 € pro Stunde!!!!

Wir trinken Raki, essen ein paar Mezedes (griechische Vorspeisen) und fahren irgendwann wieder hoch, und gehen nach vielen Geschichten die wir austauschen, irgendwann schlafen.

Montag, 04.10.21

Heute schlafen wir aus, frühstücken mittags von Anestis lecker gekochtem Gemüse und griechischem Salat, und fahren dann los auf einen wilden Ritt quer über die Insel!

Anestis fährt uns ca. 1,5 h hoch in den Norden über ewig viele Serpentinen Berg ab, Tal hoch, und wieder wandelt sich die Landschaft von der absolut kargen Steinwüste zu knorzeligen Olivenhainen, und überall alte Steinmauern. Wer die wohl alle wann gebaut hat?

Dort steuern wir die Hot Springs von Eftalou an. Anestis hatte extra dort angerufen um zu erfahren ob sie geöffnet haben und ein Tonband meinte sie hätten geschlossen – wir sind zum Glück trotzdem hingefahren und es war doch offen!! 🙂
Direkt am Meer gelegen ist das Hammam, ein kleiner rund gewölbter Raum zu dem man durch eine winzige Öffnung hineingelangt. Drinnen ist ein ca. 3 x 2 Meter großes Becken mit richtig heissem Wasser – so dass es doll bitzelt und man Gänsehaut vor Hitze bekommt.
Nach dem heissen Bad kann man sich im Meer abkühlen und dann von der warmen Sonne wieder aufwärmen lassen, und dann alles nochmal von vorne 🙂 Das ist super toll!!
Wie gesagt… wir liiiiebn heiss baden 😉

Anschließend zeigt uns Anestis noch zwei Bergdörfer, und dann fahren wir weiter nach Sigri, zu dem Hafen ca. 15 km vor Eressos, wo Anestis immer fischen geht!
Durch die Berge in Serpentinen schlängeln wir uns durch die karge Landschaft

Hier in Sigri fährt Anestis gerne zum fischen hin, weil hier die Fische, Calamari & Octopussis besonders gut anbeissen, da das Hafenbecken so tief ist. Und zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit hat man gute Chancen.
Aber leider haben wir kein Glück und Anestis hat die Theorie, dass das mit den Gezeiten zu tun hat: wenn Ebbe ist, so meint er, werden die Fische raus ins Meer gezogen und bei Flut eher in den Hafen gespült. Seine Angelkollegen lachen ihn aus wegen dieser Theorie, aber Erfolg haben sie zur Zeit auch nicht.
Aber der Sonnenuntergang war so wunderschön und das dunkle Meer hier ist sooo flashig! Wie schwer die Meermasse da vor uns liegt … so riesig und sooo schwer….

Der Hunger treibt uns wieder zurück nach Skala Eressos – hier wollen wir wenn wir schon nix gefangen haben, Fisch essen! Wir gehen zu Kostas und lassen es uns richtig gut gehen: wir bestellen Sardinen, Calamari, Oktopus, gegrillten frischen Thunfisch, Gemüse, Fischeierpaste…. und vor allem Tsipouro (traditionell griechischer Tresterbrand aus weißen Rebsorten). Es wird immer lustiger, je mehr kleine Fläschchen wir von dem guten Hausbrand bestellen – aber richtig betrunken fühlt es sich nicht an – vor allem lustig, aber sonst ziemlich klar und wach!!

Wir sind mit dem Mietwagen da. Anestis ist sich sicher dass er schon gaaaanz oft in viiiiel betrunkenerem Zustand den Weg nach Hause sicher gefahren ist – und es sind immerhin keine Steilklippen auf dem Weg – also vertrauen wir uns ihm weiter an. Alles geht gut – nur Zuhause, beim rückwärts einparken passiert es: die Einfahrt verläuft über eine Art Brücke weil darunter ein 1m tiefer Graben verläuft – und BATZZZ, war er zu weit links und ZACK ist das eine Vorderrad in der Luft und das hintere ist gerade noch zur Hälfte auf dem Beton. Oh oh!!!
Das war sein 1. Unfall JEMALS – WIE ärgerlich ist das denn bitte???
Ob es daran liegt, dass wir auf dem Weg nach oben an einer der unzähligen kleinen Kapellen gehalten haben und dort ein wenig gechillt haben…? Anestis hatte dem Jesusbild irgendwann mit einem Zigarettenpapierchen die Augen verdeckt – damit er nicht immer alles sehen muss, denn sein Verein (die Kirche) hat ja auch ordentlich Dreck am Stecken… Er hatte deswegen eh schon ein suuuuper schlechtes Gewissen und das Sprichwort „Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort“ passt hier irgendwie gut.
Man man, wie ärgerlich das war – aber auch sehr, sehr lustig!
Wir sind dann tief in der Nacht nochmal zur Kapelle gelaufen und haben das Paper abgemacht. Wollen ja niemanden verärgern.

Dienstag 06.10.20

Oh oh – heute sind wir alle leicht angedetscht – aber Kopfweh habe ich null! Geiles Zeug!
Unsere Mission ist also das Auto aus dem Graben zu holen – ohne dass es komplett abstürzt. Zum Glück hat er sooo weit links eingeparkt, dass unser Bus noch dran vorbei kommt, um das kleine KIA Auto aus der Ecke rauszuziehen. Leider steht am vorderen Kotflügel ein Poller, der ziemlich im Weg ist und wir uns wundern wie Anestis da überhaupt reingekommen ist. Lolek und Anestis wollen mit unserem Bus & Spanngurten das kleine Autochen vorsichtig rausziehen – aber das geht voll in die Hose:

Später ärgert sich Anestis nochmal doppelt – weil, als er den Schaden meldet, Sophia von der Europcar Autovermietung (die das Video auch gesehen hat!) meint, wir hätten doch einfach ihr Bescheid geben sollen dann hätte sie ´n Abschleppdienst gerufen!
Oh man wie dumm wir sind! 😉 😉 😉 Vor allem weil Anestis den Schaden nun bezahlen muss. Vielleicht lag es auch am Restalkohol, dass wir soweit nicht gedacht haben – aber es war trotzdem super lustig, ne gute Story, und wieder was gelernt!

Den ganzen Tag bleiben wir einfach oben bei Anestis aufm Grundstück und machen einen gaaanz Ruhigen: Sonnenbaden, Blog schreiben, Kochen, Besuch von Nicoletta empfangen, Essen, Katzen streicheln, schlafen….

Mittwoch, 06.10.2021

Heute sind wir schon wesentlich fitter. Ausgeschafen fahren wir nach dem Frühstück ein Stück runter ins Dorf und besteigen dann den Berg „Profitis Ilias“, der ganz oben auf der Spitze eine kleine Kapelle hat. Gefühlt auf jedem Berg steht eine Kapelle… Es ist wunderschön da oben und man hat einen tollen Blick rundrum!

Anschließen fahren wir runter zum Beach – wo wir uns in die Sonne knallen und im Meer abkühlen – h e r r l i c h !!!

Abends fahren dann wieder zurück nach Eressos – denn Lolek und Anestis wollen nochmal versuchen uns ein Abendessen zu fangen. Ich trinke so lange einen Frappé, genieße den Sonnenuntergang und schreibe hier dieses Reisetagebuch 🙂

Donnerstag 07.10.21

Heute möchten Lolek und ich Rena besuchen, sie hat etwa 20 min. entfernt ein Gartengrundstück, worauf sie seit Jahren selber ein Haus baut! (….ursprünglich zusammen mit ihrem Mann, der leider vor ein paar Jahren an Krebs verstorben ist 😦 )
Sie möchte heute dort arbeiten und wir haben unsere Hilfe angeboten! Angefangen hat die bereits stattliche „Hütte“ mit einem Caravan, an den nach und nach Plattformen angebaut, und diese überdacht wurden. Es hat großen Spaß gemacht mal wieder etwas produktives zu arbeiten! : )

Freitag, 09.10.21

Heute ist ein legendärer Tag!
Erst mal hängen wir viel mit unserem Katerchen ab – der NUR lieb ist und sooo schmusig. Gehen nochmal an den Strand und abends wieder nach Sigri, angeln. Und dann passiert es: Lolek fängt seinen 1. Fisch! Und was für ein Oschi! Es ist ein europäischer Barakuda, hier wird er Louzo genannt.
Wir fahren wieder zurück nach Eressos und Anestis bittet den Wirt einer Taverne , unseren Fang auf den Grill zu hauen und uns zuzubereiten. Dann haben wir´s uns schmecken lassen – war wirklich lecker!!!

Samstag, 11.10.21

Heute ist der letzte Tag auf Lesbos, morgen fahren wir Richtung Mythilini, um dort die Fähre über Nacht nach Athen zu nehmen. Wir haben zum Abschied Rena zum Essen eingeladen, es gibt eine schön eingekochte Bolognese, Nudeln, Salat und Pfannenbrot. Und die tolle Rena hat uns zum Abschied jeweils ein selbstbemaltes T-Shirt geschenkt – wie lieb! UND Dete und mit seinem Sohn Oskar aus Frankfurt kommen sogar auch, um hier ebenfalls eine Woche Urlaub zu machen! Was ein schöner Abend!

Sonntag 12.10.21

Um 16.30 Uhr geht heute unsere Fähre. Perfekte Zeit um auszuschlafen, alles zu packen und gemütlich über die Insel zu fahren. Unterwegs sehen wir tatsächlich eine Schar im Wasser stehende, rosa Flamingos. Die Ecke hier ist berühmt dafür.

Wir schaffens pünktlich zur Fähre und beziehen überglücklich unsere Kabine! Das haben wir uns nach der letzten Erfahrung mit einer nächtlichen Fährfahrt ohne Schlaf gegönnt – und preislich hat es keinen sooo großen Unterschied gemacht! Wir hätten niemals gedacht, dass uns so ein gut ausgestattetes, sauberes, geräumiges Zimmer mit 2 Betten plus Badezimmer mit Badewanne erwartet – sau geil!
Immerhin sind es an die 14 Stunden Fahrt, Ankunft in Athen um 7 Uhr in der Früh.
Wir gehen noch Essen, nehmen ein Bad und schlafen richtig gut!!!

Montag, 13.10.21

Morgens früh gegen 6.30 Uhr werden wir geweckt, vom Lautsprecher, holen uns einen Kaffee und erleben einen fast magischen Sonnenaufgang beim Ansteuern und Einlaufen in den Hafen von Athen, Piräus.

Die Sache ist die: heute Abend geht es schon um 17 Uhr von Patras aus weiter mit der Fähre nach Bari, in Italien. Patras liegt auf den Peleponnes gegenüber von Athen – wir rechnen mit ca. 3 h Fahrt. Genügend Zeit sich Athen noch etwas anzuschauen – und die Akropolis aufzusuchen bzw. wenigestens einen guten Blick auf sie zu erhaschenen! Wir parken unseren Bussi am Rande eines Parkes ab, der einen Hügel heraufführt und einen atemberaubendern 360 ° Blick bei Sonnenaufgang über die Stadt bietet und auf die nahe gelegene Akropolis. Traumhaft!

Dann gehen wir wieder den Hügel herrunter, streifen etwas durch die Straßen Athens und suchen uns ein Café um zu frühstücken. Anschließend geht´s weiter nach Patras, zur nächsten Fähre, diesmal leider ohne Kabine 😦

Die Fahrt nach Bari ist relativ anstrengend. Wir treiben uns etwas im Café oder an Deck herum, und versuchen irgendwann im Ruheraum auf dem Teppichboden oder quer über eine Reihe von gepolsterten Sitzen, zu schlafen.
Ah – eine ein bisschen aufregende Sache erleben wir noch, als wir irgendwann nachts im 80er Jahre Aufenthaltsraum & Bistro herumlungern: wieder schlagen unsere Handys Alarm, wie damals in Rumänien, als die Bären kamen! Wir schmeißen den Übersetzer an und erfahren, dass es auf Kreta ein Erdbeben gegeben hat! Sogar die TVs an Board zeigen die Breaking News von dem Erdbeben – live! Jetzt haben wir ein bisschen Furcht, dass es zu starkem Wellengang führen könnte… und vor allem sorgen wir uns um Lorand, der sich gerade in seinem Haus auf Kreta aufhält, ganz nahe am Erdbebenzentrum!!
Er meldet sich erst 2 Tage später – und beruhigt uns. Bei ihm hat es nur ein bisschen gewackelt. Aber, wir halten fest: wie gut dieses Notrufsignal zB bei Naturkatastrophen auch hier in Griechenland funktioniert! Kuhl!

Gegen 10 Uhr morgens erreichen wir ziemlich müde Bari. Ciao bella Italia!!

Donnerstag 14.10.21

In Italien angekommen ist der Himmel etwas wolkenverhangen. Wir fahren über die Autobahn schnurgerade Richtung Rom – vorbei an trockenen Feldern und Hügeln. Dabei klart der Himmel immer weiter auf – bis wir bei strahlend blauem Himmel kurz vor Rom sind. Wir haben die Idee, kurz nach Rom reinzufahren, um einfach nur ein Selfie vor dem Colloseum zu machen – und Lolek will den irren Straßenverkehr mal antesten – bisschen Action 😉 Und tatsächlich gibt es einige absurde Situationen, wo 1000 Autos in 5 Spuren alle auf einen engen Torbogen der Stadtmauer zusteuern – und es gilt das Recht des Stärkeren!
Hier werden wir auch von der Polizei angehalten, den Carrabinieris, die unsere Papiere sehen wollen und den Grund unserer Reise erfahren wollen. Aber alles gut! 😉

Foto vor dem Colloseum – check! Weiter geht´s! 😉

….Verrückt irgendwie, zwei so berühmten Metropolen Europas (Athen & Rom) innerhalb von 24 h einen kurzen Besuch abgestattet zu haben!

Für den Abend nehmen wir uns vor die erste heiße Quelle in Italy anzusteuern – von so einigen die wir noch besuchen werden 😉 Die heiße Quelle von Bullicame – Sorgente termale del Bullicame.
Wir kommen nachts an, auf einem relativ großem Parkplatz mit paar Bäumen – aber es war ober kalt und windig! Und die heiße Quelle war nicht in Sichtweite, aber wir sahen immer wieder Einheimische Familien kommen und in Bademänteln im Dunkeln einen kleinen Trampelpfad durchs hohe Gras nehmen. Wir gehen wollen lieber morgen, im Hellen, baden gehen und schlafen früh.

Freitag, 15. 10.21

Nach dem Aufwachen machen wir erst mal Kaffee – es windet immer noch arg, aber die Sonne knallt! Dann Badesachen gepackt und ab zur heißen Quelle. Dort hängen schon ein paar ältere Lokals aus dem Dorf herum – und es ist wunderschön! Durch Kalkablagerungen mehrere weiße, weiche Becken mit unterschiedlich heißem wunderbarem Wasser. Es ist wunderbar! Wir lieben warm baden 😊